»Wasserseelchen, Wasserseelchen!« rief es laut und schwenkte vergnügt sein Tüchlein. Und jeden Morgen begrüßten sich nun die beiden Seelchen so. Wenn die Sonne höher stieg, verwehte Wasserseelchens Schleier in den Lüften und wieder ruhte der See totenstill im Grünen.
Das ärgerte Feuerseelchen nun bald auch, daß es nie mit Wasserseelchen zusammenkommen konnte, um mit ihm zu spielen und zu tanzen. Da begann hoch oben auf dem Schornstein der alte Jammer. Wieder half der gute Dichter dem armen Ding.
»Du kannst zum Wasser nicht gehen –
Das Wasser aber zu Dir.
Laß einen Brand entstehen
Und fröhlich tanzet Ihr!«
So sang Skriba und Feuerseelchen ließ sich das nicht zweimal sagen. In einer Ecke des Ofenloches häufte es fleißig glühende Funken auf. Als dann der Abend kam, hockte es innen vor der Ofentür und blies mit vollen Backen die Funken durchs Gitter hinaus in den Fabrikraum – und wartete.
Bald roch es von draußen gar brenzlig; bald kroch dicker Rauch zur Spalte hinein; bald hörte man laut rufen: »Feuer! Feuer! Es brennt in der Fabrik!«
Und nun geschah es: In großen Eimern und Kübeln schöpften die Männer das Wasser aus dem See und gossen es in die prasselnden Flammen.
Im Nu sah man da Wasserseelchens dampfblauen Schleier und Feuerseelchens rauchgraues Tüchlein wehen. Munter sprangen die beiden Seelchen auf einander zu, faßten sich bei den Händen, wirbelten in den Flammen umher und tanzten – tanzten, bis von dem Fabrikgebäude mit dem hohen Schornstein und von dem Hause, in dessen Dachkammer der Dichter wohnte, nichts mehr zusehen war – aber auch gar nichts.