»Nicht jeder, nur die ganz kleinen Kinder, die sich noch nicht selber helfen und nicht wieder herausklettern können,« antwortete die Mutter.
Der Winter verging, der Frühling kam. Die Kinder spielten Ringelreihen oder flochten Blumenkränze und setzten sie sich auf. Der Sommer folgte und brachte Beeren und schöne Pilze und niemand dachte mehr ans Geschichtenerzählen.
Vater und Mutter arbeiteten bis abends spät draußen auf dem Felde, die größeren Kinder mußten ihnen helfen. Die kleineren durften die Ziegen hüten und die Gänse. Das war des Jahres schönste Zeit.
Wenn dann der Abend kam, war die ganze liebe Familie so müde, daß ihnen allen die Augen zufielen und es im Hause neben dem Engelbrünnlein schon mäuschen-, mäuschenstill war, wenn der gute Mond über den Wald herübergewandelt kam.
So war es auch eines Abends mäuschenstill. (Hört Ihr Kinderlein?) Nur das Brünnlein rauschte und der Bach, der an der Seite aus dem Brünnlein herausfließt, murmelte und rieselte.
Jetzt aber paßt auf! Jetzt beginnt die eigentliche Geschichte.
Also, der Mond schien so schön hell, daß man alles ganz genau sehen konnte. Da öffnete sich an dem Hause neben dem Engelbrünnlein leise, leise die Türe und ohne Schuhe und Strümpfe, im Nachthemdlein kam die kleine Rosa geschlichen, just wie sie aus dem Bettlein gestiegen war.
»Ei, ei,« dachte der Mond, »was gibt es denn da? Das kleine Mädchen gehört doch in die Federn!«
Er zog ein ganz schiefes, böses Gesicht, so ärgerlich war er.