»Gewiß,« antwortete ein trotziger Junge, »das gehört uns doch, hier gehört uns doch überhaupt alles!«

»Auch wenn Du zu Deiner Mutter zurückgehst, auch dann hast Du das schöne Kleid an?« fragte Schwesterlein.

»Zu Mutter?« erwiderten die Kinder. »Wir haben ja gar keine Mutter.«

»Oder zu Eurem Vater,« meinten die Geschwister.

»Vater? – Vater ist immer in der Stadt – den sehen wir fast nie – aber er ist sehr reich!«

Da war es, als wenn ein böser, kalter Wind aus dem Garten hinaufwehte, so kalt, daß Brüderlein und Schwesterlein sehr erschraken und schnell, schnell von der Mauer herunterkletterten und in ihr Häuslein zurückliefen.

Da saß Vater am Tische und las die Zeitung und Mutter flickte an einem Nachtröckchen von Schwesterlein. Da holte Brüderlein wieder seinen alten Baukasten hervor und Schwesterlein wiegte seine Wunderhold und es war so still und warm im Stübchen. Mit einemmal hörten die Kinder ein leises Singen, und als sie aufschauten, saß zwischen ihnen ein liebliches Wesen mit blonden Locken in einem rosenroten Kleide und lachte sie an.

»Wer bist Du denn?« fragten die Kinder ganz leise.