„Du kannst ja Sie zu uns sagen, wenn’s dich freut!“ meinte der Gabriel nachgiebig. „Wir haben aber zu einem Hornvieh noch nie Sie gesagt.“
Das heiligmäßige Stachelschwein schnaufte vor Wut: „Nun hab’ ich’s aber satt! Wollen sich die Herren legitimieren! Wer sind Sie?“
Da entgegnete der Gabriel ungemein sanft: „Wir sind eine himmlische Botschaft: Erzengel Michael, Erzengel Gabriel und Erzengel Raphael.“
„Das könnte ein jeder sagen!“ kam es von den Lippen des schnüffelnden Rüsseltieres, das einen fortwährenden stummen Kampf mit dem scheußlichen Perpetuum mobile seiner Krawatte führte.
„Es ist aber so! Und du hast es zu glauben! Verstanden!“ erklärte der Michael mit großer Bestimmtheit.
„Ausweis!“ schnauzte das eselohrige Stachelschwein. „Wo haben Sie Ihren Paß?“
„Wir haben keinen Paß!“ antwortete der Gabriel.
„Wir brauchen keinen Paß!“ erklärte der Raphael.
„Waaaaaaas?“ Die Krawatte stieg dem Rüsseltier vor heiliger Entrüstung über die Ohren empor. „Sie haben keinen Paß? Und Sie wagen es ... Keinen Paß? Da sind Sie ja ein ganz gewöhnliches Gesindel! Jeder anständige Mensch hat seinen Paß!“
„Fixstern! Laudon! Element! und alle vierzehn Nothelfer!“ rief da der Erzengel Michael, dem der Geduldsfaden riß. „Ich werd’ dir schon deinen Paß geben und das Gesindel! Ich will dich lehren, wie man mit einer himmlischen Gesandtschaft redet, du gottverlassener Lümmel du!“