Sprach’s und haute dem sonderbaren Heiligen eine himmlische Watschen von außerordentlicher Gediegenheit herunter. Der Gabriel und der Raphael wollten nicht zurückstehen und bedachten daher das Rüsseltier gleichfalls mit je einer saftigen Mordswatschen.

Zum Erstaunen der drei Erzengel hatte aber diese sehr gründlich vermeinte Kur gar keine andere Wirkung, als daß der also Geohrfeigte mit einer Art von stumpfsinnigem Mechanismus seine bei dieser Prozedur äußerst bedenklich verschobene Krawatte wieder in Ordnung brachte.

Die drei Erzengel waren über den Effekt ihrer Handlungsweise entschieden verdutzt. „Mir scheint ...“ sagte endlich der Michael „... der hat die Watschen gar nit g’spürt.“

„Am End’ hat er gar kein Hirn im Schädel!“ mutmaßte der Gabriel.

„So was ist mir auch noch nie untergekommen!“ meinte der Raphael.

Da beratschlagten die ob des unerklärlichen Mißerfolges ihrer himmlischen Watschen ernstlich verblüfften drei Erzengel, wo der merkwürdige Heilige eigentlich seinen Verstand und mit ihm seine sonstigen geistigen Fähigkeiten sitzen hatte.

Sie packten ihn dahero nicht mit zärtlichen Engelshänden, sondern mit recht fühlbaren und kräftigen irdischen Pratzen an und wendeten das sich verzweifelt wehrende, fauchende, schimpfende, protestierende und drohende rüsselnasige Stachelschwein nach allen Richtungen seiner ehrwürdigen Leiblichkeit. Nach rechts und nach links, nach oben und nach unten, nach vorn und nach hinten.

Als sie endlich bei der Besichtigung der Hinterfront angelangt waren, legten sie den zappelnden Heiligen ohne viel Federlesen über den Tisch, quer über die Folianten und Papierwülste.

Der Gabriel und der Raphael hielten ihn fest, daß er sich nicht mehr rühren konnte. Der Erzengel Michael jedoch, der am meisten Kraft und Lust zum Dreinschlagen unter der himmlischen Botschaft besaß, ergriff ein stählernes Lineal, das an einer Seite des Tisches an einem Nagel baumelte.

Er ließ es zuerst ein paarmal durch die Luft sausen, als wenn er sein feuriges Schwert erproben wollte. Dann linierte er mit peinlicher Gewissenhaftigkeit, jeden Streich sorgfältig zählend, dem schreienden Rüsseltier die vorschriftsmäßigen und üblichen Fünfundzwanzig auf seinen Allerwertesten.