„Hihihihi!“ lachte der Schimmel vergnügt und geschmeichelt.

Alsodann hielt ihm der heilige Bürokrazius folgende feierliche Ansprache: „O du dümmstes Roß, sei mir gegrüßt! Auf dir werde ich die ganze Welt erobern. Denn unsere Dummheit ergänzet sich in der wundertätigsten Weise. Wir werden ein Wesen sein, eine Seele und ein Gedanke. Und die Menschheit wird uns staunend dahinschreiten sehen und wird sich ehrfurchtsvoll vor uns beugen. Und nie sollst du des Futters ermangeln. Ich will dich dick und fett mästen. Gott erhalte dir deine Dummheit! Und nun, du heiliger Schimmel, du dümmstes Roß Gottes auf Erden, deinem Herrn ebenbürtig und zu immerwährendem Dienste zugesellet, trage mich hinaus in die Welt!“

„Hihihihi!“ lachte der Schimmel geschmeichelt ob dieser Rede.

Der heilige Bürokrazius band ihn von der Krippe los und schwang sich auf seinen Rücken. Der Schimmel trug ihn sonder Widerstand, als wenn er das von jeher gewöhnet gewesen wäre. So zogen sie beide aus dem Stalle hinaus. Der Heilige mit Rüsselnase und Eselsohren, der Schimmel mit den grünen Brillen.

Es war ein Anblick, an dem sich Himmel und Erde erfreuen konnten. Und die Heiligen auf der Himmelswiese lachten, als sie ihren neuen Gefährten dahintraben sahen. Und sie hatten Gesprächsstoff für den ganzen Tag. Das war aber nach dem himmlischen Zeitmesser für eine halbe Ewigkeit.

Die Menschen jedoch beugten sich vor dem Heiligen mit seinem Schimmel noch mehr als früher. Nun war es nicht nur der Heiligenschein, der ihnen Demut und Ehrfurcht einflößte. Es waren auch die grünen Brillen des Schimmels. Was mußte das für ein gelehrtes Roß sein, das sogar Brillen trug!

„Alles muß nach einem Schema gehen!“ verkündigte der Heilige. „Denken ist überflüssig! Akten und Formulare sind die höchste Weisheit auf Erden!“

„Hihihihi!“ lachte der Schimmel in fröhlichem Wiehern. Er konnte auch zufrieden sein; denn er hatte seinen Herrn gefunden, der ihn zärtlich liebte und pflegte.

[ Wie der heilige Bürokrazius in dem heiligen Stultissimus seinen ersten Jünger warb.]