Es ereignete sich nunmehro das Nachfolgende.

Ihr erwartet wohl von dem Schreiber dieser Legende, daß er euch den Heiligen in seiner erhabenen Berittenheit hoch zu Roß in langen Exkursen abschildert. Das tut er aber nicht. Er läßt sich absichtlich nicht dazu verleiten, den himmlischen Anblick des heiligen Bürokrazius auf seinem Schimmel auszumalen und zu beschreiben. Und das derohalb, weil er ein gewissenhafter Skribent ist und mit dem Lottergesindel der Poeten und Maler alias Pinselwascher nichts zu tun haben will. Denn beide, die poetae und die pictores, haben das Privilegium der Lüge und Erfindung.

Dahero schicket sich nichts besser, als wenn ein Poet den Maler zum Gevattern bittet; denn fingere und pingere sind die vertrautesten Spießgesellen. Das Gehirn der Poeten steckt bekanntlich voll der ausgeschämtesten Lügen. Und der Malerpinsel ist auch nicht skrupulös; und wenn er schon aus Haaren bestehet, so gehet er dennoch nicht ein Haar auf die Wahrheit ...

... Pictoribus atque poetis

Quilibet audendi semper fuit aequa potestas.

Dichten können nach Begnügen

Alle Maler und Poeten;

Dürfen sie doch tapfer lügen,

Wann die Wahrheit schon vonnöten.

Sotanes würde aber dem Schreiber dieser heiligen Legende übel genug anstehen. Hat er sich bis anhero der purlauteren Wahrheit beflissen, wird er sich auch künftighin zu keinen malerischen und poetischen Winkelzügen und Umschreibungen verleiten lassen. Wohl aber kann er es sich nicht versagen, den heiligen Bürokrazius zur Bereicherung deines Wissens, frommer Leser, mit einem anderen gottseligen Manne zu vergleichen, der vom Roß herunter ein Heiliger wurde, während der heilige Bürokrazius in seiner Demut auf das Roß hinauf kam.