Sankt Stultissimus: Ah so.

Sankt Bürokrazius: Das ist also kein gewöhnlicher Mist, sintemalen und alldieweilen er von dem Amtsschimmel stammet. Dahero ist er auch geheiliget und kann den Menschen nicht oft genug eingepräget werden. Demzufolge muß auch dieser sozusagen heilige Mist des Amtsschimmels der Menschheit in irgendeiner Form zugeführet werden.

Sankt Stultissimus: So werden sie ihn aber nit fressen.

Sankt Bürokrazius: Derohalben muß irgendeine ersprießliche Form für die Verwertung besagten Mistes gefunden werden.

Sankt Stultissimus: Reden ist leicht, aber einfallen sollt’ einem halt was.

Sankt Bürokrazius: Wie wäre es, wenn wir diese unschätzbaren Äußerungen des Amtsschimmels abkochen würden und ein Tränklein daraus bereiten würden, das der ganzen Menschheit zum Heile und uns zum höheren Ruhme verhelfen würde? Wozu lagert ansonsten der Amtsschimmel seinen Mist ab, wenn er nutzlos verdirbt!

Sankt Stultissimus: Das wär’ eine Idee.

Sankt Bürokrazius: Die Menschen haben noch immer zu wenig Respekt vor dem heiligen Bürokrazius. Es muß ihnen viel mehr respektvolle Ergebenheit vor seiner Weisheit eingeflößet werden. Wie könnte das besser geschehen, als durch den Mist des Schimmels, der den heiligen Bürokrazius trägt, auf dem der heilige Bürokrazius nicht nur reitet und denkt, dessen erhabener Gangart er sogar seine Entschließungen, Verordnungen und Maßnahmen verdanket. Denn was ansonsten gewöhnlicher Roßmist ist, das ist allhiero der unergründliche Geist von tausend Akten, quasi das Extractum aller gebührenden Ehrfurcht vor dem heiligen Bürokrazius, der anselbsten zu sein Redner die hohe Auszeichnung besitzet.

Sankt Stultissimus: Bist jetzt nachher bald fertig? Das kann man doch kürzer sagen: Den Mist abkochen und den Menschen zu saufen geben.

Sankt Bürokrazius: Mein lieber Stultissimus, du hast leider noch immer nicht das richtige Verständnis für den Amtsstil.