Sankt Stultissimus: Steig’ mir in Buckel mit deinem Amtsstiefel! Also probieren wir’s halt einmal mit dem Trankl! —

Damit sammelten die beiden Heiligen sorgfältig den Mist des Amtsschimmels, gingen hin, richteten einen Kessel und ein Feuerlein zu und begannen zu kochen.

Der heilige Bürokrazius klebte an die Türe der Küche einen großen Zettel, auf dem zu lesen stund: „Insgeheime geheimste Kuchel. Eintritt strengstens verboten!“ Es wagte auch niemand die beiden Heiligen in ihrer geheimnisvollen Tätigkeit zu stören.

Dem brodelnden Kessel entstiegen die lieblichsten Düfte. Dabei geschah ein himmlisches Wunder, welches das ehrerbietige Staunen und die uneingeschränkte Begeisterung der beiden Heiligen erregte.

Der Rauch, der von dem Kessel emporwirbelte, war kein gewöhnlicher Rauch, sondern er entschwebte dem Kessel in den herrlichen Formen von lauter Paragraphenzeichen, die lange Zeit in der Luft hängen blieben, bis sie von nachflatternden neuen Paragraphen abgelöst wurden. Daraus erkannten die beiden Heiligen, daß sie den einzig richtigen Weg für die Verwendung des heiligen Mistes zum Wohle und Gedeihen der Menschheit gefunden hatten.

„Himmelsakra!“ rief der heilige Stultissimus in ehrlicher Überraschung aus. „Das ist aber höllisch schön!“ Damit spuckte er in überschwänglicher Begeisterung in das brodelnde Dekoktum des Kessels. Nunmehro ereignete sich ein neues, noch größeres Wunder.

Die Paragraphen, die nach dieser Vermischung des heiligen Sputums mit dem Schimmelmist aus dem Kessel sich erhoben, machten plötzlich in der Luft tiefe katzenbuckelnde Verbeugungen. Da der heilige Bürokrazius dieses zweiten Mirakulums ansichtig ward, da wurde er schier von blassem Neid gegen seinen Stallknecht, Kollegen und Mitheiligen erfasset. Er trachtete dahero, ihn womöglich noch zu übertreffen, räusperte sich lange und ausgiebig und spie einen riesigen Klachel in den Kessel.

Nunmehro wollten sich die katzenbuckelnden Paragraphen in der Luft fast vor Devotion überschlagen. Triumphierend schaute der heilige Bürokrazius auf den heiligen Stultissimus, dieweilen er ihn an Wunderwirkung seines heiligen Sputums noch übertroffen hatte.

Das erregte wiederum den Neid des heiligen Stallmeisters. Er beeilte sich dem Roßmist geschwind neues Sputum zu vermischen. So geschah es, daß die beiden Heiligen in edlem Wetteifer abwechselnd in den Kessel spuckten und dadurch jenes großartige Arkanum erzielten, das bis zu den heutigen Zeitläuften die Menschen in Untertänigkeit und Ehrfurcht vor allen Einrichtungen des heiligen Bürokrazius erschauern macht.

Damals wurde von den beiden Heiligen, die alsogleich erkannt hatten, daß die Mischung des Schimmelmistes und ihres heiligen Sputums die allein richtige Mischung für ihr geplantes Dekoktum sei, aus besagtem, in lieblichster Devotion duftendem Dekoktum das respektvolle Ergebenheitstränklein gebraut, welches der heilige Bürokrazius hinfüro den seiner Verwaltung und seines Gängelbandes dringend bedürftigen Menschen bescherte.