Irgendwie mußten sie ihre Bestimmung aber doch erfüllen. Mit ihrem Druck gegen die Schädelwände war unwillkürlich auch ein Druck auf die Haarwurzeln verbunden. Die ausgefallenen Haare des Heiligen begannen dahero plötzlich wieder zu wachsen.
Es erhub sich in kurzer Zeit ein derart reicher Haarwuchs, daß der heilige Bürokrazius sich bemüßiget fand, einen Zopf daraus zu flechten. Der Zopf aber stund ihm großartig zu Gesichte.
Dies fanden auch der heilige Stultissimus und alle Menschen, die seines Anblickes gewürdiget wurden. Ja, seitdem der heilige Bürokrazius einen Zopf trug, gewann er noch mehr Ansehen bei den Menschen.
Der Zopf hatte ihm noch gefehlet. Trug ja auch der Amtsschimmel hinten einen Schweif. Warum sollte daher der heilige Bürokrazius unbezopft auf Erden wandeln.
Die allwaltende göttliche Weisheit hatte mit dem Zopf des heiligen Bürokrazius aber noch ganz etwas anderes bezwecket, was sich alle die Spötter hinter ihre werten Ohrwascheln schreiben sollen, die über diesen Zopf je abfällige Bemerkungen gemacht haben.
Und diese abfälligen Bemerkungen wurden gemacht. Wagt es doch die Menschheit, das Glänzende zu schwärzen und das Erhabene in den Staub zu ziehen. Das muß irgendwo irgendein Dichter gesagt haben, der sich durch sotanen Ausspruch in einem Momente göttlicher Eingebung für diesen einen Moment von dem sonstigen Poetengesindel loslöste.
Der Zopf des heiligen Bürokrazius ist nur derohalben der Gegenstand frevelhaften Witzes geworden, weil die Menschheit bis anhero den geheimnisvollen Gang des göttlichen Willens nicht erkannt hat.
Darum passet fein auf und höret zu. Der Schreiber dieser Legende will euch aufmerksamen Lesern die göttliche Bestimmung des Zopfes des heiligen Bürokrazius erläutern.
Durch die eigentümliche Denkart des Heiligen konnte sich sein Gehirn nach außen nicht dokumentieren. Da dieses jedoch mit der Zeit hätte zu Mißdeutungen führen und dem Ansehen des Heiligen hätte schaden können, war der liebe Gott in seiner ewigen Weisheit darauf bedacht, das Gehirn des Heiligen auch äußerlich in Erscheinung treten zu lassen.
Auf dem Umwege der Hühneraugen ließ er dahero das zur Untätigkeit verurteilte Gehirn des Heiligen nach außen in der Gestalt seines Zopfes sichtbar werden.