Nur der Heiligenschein Sancti Bürokrazii leuchtete in seinem milden Lichte auch aus diesen papierenen Gebirgen hervor. Es war, als ob sein Licht in Verklärung aus lauter papierenen Schluchten emporsteigen würde.
So sehr die arbeitsfreudige Rüsselnase des Heiligen auch in den papierenen Bergen herumschnüffelte und die papierenen Schluchten durchfurchte, es wollte nie weniger werden an unermeßlichem Segen. Der Heilige litt schon sehr bedenklich an Schreibkrampf, und an die Finger seiner rechten Hand wollte sich eine neue Abart der Hühneraugen ansetzen, was dem Heiligen kein gelindes Erschaudern verursachte.
Da trat der Segen des Speckes in sein Leben.
Der Heilige genoß meistens an den Vormittagen zu einem Halbmittag ein erklöckliches Trumm Speck und trank zu seiner Auferbauung ein Stamperl Schnaps dazu, auch zwei oder drei Stamperln Schnaps, was wir, der lauteren Wahrheit die Ehre gebend, hiemit nicht verschweigen wollen.
Der Speck mundete ihm stets fürtrefflich, obschon er ihn nur in seiner rudimentären Form und leider noch nicht in der veredelten und verklärten Gestalt des globus Tirolensis kannte.
Da der Heilige in seiner Schlichtheit von Tischtüchern und Servietteln keine Ahnung hatte, wischte er sich die speckigen Pratzen gewöhnlich an dem Sitz seines Verstandes ab und widmete sich sodann mit unablässigem Eifer wiederum seinen Arbeiten.
Zufällig griff er nunmehro an einem Vormittage, noch bevor er besagte Abwischung vorgenommen hatte, nach einer ganz besonders eiligen scriptura. Als er sie wieder weglegte, ersah er mit heiligem Erstaunen, daß sich sein heiliger speckfettiger Daumen auf der scriptura ebenbildlich abgedrucket hatte.
Lange Zeit fand er ob diesem himmlischen Wunder die Sprache nicht wieder. Er betrachtete die scriptura und betrachtete pollicem suum, seinen leibeigenen Daumen. Es ließ sich nicht leugnen, der Daumen hatte sich mit seiner ganzen Inschrift in Linien und krummen Kurven und wundersamen Zeichnungen in herrlichster Klarheit auf die scriptura übertragen. Es war ein Gemälde von auserlesener Schönheit und Akkuratesse.
Nachdem der Heilige sich von seinem Staunen einigermaßen erholet hatte, drückte er auf eine andere Skriptur kräftiglich seine Nase. Auch dort entstund wundersamerweise ein deutlicher Abdruck, dieweilen auch die heilige Rüsselnase zahlreiche Fettstoffe enthielt, wenn damit auch nicht gesagt sein soll, daß sie sich gleich dem Speck zur Herstellung des globus Tirolensis geeignet haben würde.
Dieser neuerliche Erfolg ermutigte den heiligen Bürokrazius, es nun auch mit seinen von den Hühneraugen befreiten Zehen zu versuchen. Auch mit diesen Gliedmaßen seines heiligen Leibes erzielte er deutliche Abdrücke, sintemalen er schon seit mehr als Jahresfrist kein Fußbad mehr genommen hatte.