Aus einem Patzen Dreck hat euch der Herrgott gemacht, aus ganz gewöhnlichem Dreck. Vom Dreck stammt ihr, Dreck seid ihr und Dreck bleibt ihr.
Dahero, meine vielgeliebten andächtigen Zuhörer, könnt ihr euch auf eure dreckige Herkunft nichts Besonderes einbilden. Habt ihr vielleicht jemals vernommen, daß der Herrgott auch nur eines der vielen Viecher aus Dreck hat erschaffen müssen? Die hat er einfach so erschaffen. Da hat er dieses schmutzige Material nicht dazu gebraucht. Nicht einmal um die Sau zu erschaffen, hat er so unappetitlich herumhantieren müssen, wie bei eurer Erschaffung.
Darum bildet euch ja nicht ein, daß ihr die Krone der Schöpfung seid. Ihr seid höchstens das Zipfel von dem ganzen knietiefen urweltlichen Dreck, der damals, weil es keine Straßenreinigung gab, auf der Erde jedenfalls noch reichlicher vorhanden war, als heutzutage.
Ihr habt dahero gar keine Ursache, meine vielgeliebten andächtigen Zuhörer, auf die lieben Viecher von oben herabzusehen und sie für minderwertig oder gar für dumm zu halten. Ich sage euch als euer aufrichtiger Freund und geistlicher Berater: Kein Viech ist so minderwertig, als es ein Mensch sein kann, und kein Viech ist so strohdumm, als ihr es in der Regel seid.
Das schreibet sich eben daher, weil es auf der ganzen Erde kein einziges Viech gibt, das aus so minderwertigem Material zusammengeknetet worden wäre wie ihr, meine vielgeliebten andächtigen Zuhörer.
Nun will ich euch aber eure grenzenlose Dummheit, welche die Dummheit des allerdümmsten Urviechs noch weit übertrumpft, gebührend zu Gemüte führen.
Könnt ihr vielleicht einen Affen in allen Urwäldern und Menagerien der Erde finden, der ein solcher Aff’ ist wie der Mensch ein Aff’ ist? Es wird so manches zu entdecken sein, was selbst der ärgste Aff’ nicht nachmacht. Aber es gibt überhaupt nichts, was der Mensch nicht nachmacht. Je blöder etwas ist, desto begeisterter wird es nachgemacht. Der Mensch glaubt alles, was ein Aff’ niemals glauben würde. Der Mensch trottet hinter allem drein, wo ein Aff’ sich schon längst über alle Bäum’ davongemacht hätte.
Aber kann man auch einen größeren Esel finden als den Menschen? Kein Esel würde, ohne mit allen Vieren auszuschlagen und energisch den Dienst zu verweigern, die Lasten tragen, die der Mensch schon getragen hat und noch immer trägt. Ich will euch gar nicht an bestimmte Lasten erinnern, um euch in eurer Andacht nicht zu stören. Ihr werdet mir es jedoch zugeben, daß die Eselssäck’, die ihr geduldig und stumpfsinnig tragt, kein einziger anderer Esel tragen würde. In diesem Zusammenhang muß ich auch noch erwähnen, daß sich kein noch so geduldiges Schaf seit Anbeginn der Welt derart scheren hat lassen, wie ihr euch täglich scheren lasset.
Vom Kamel will ich gar nicht weiter reden. Denn ich sehe verschiedene Schiffe der Wüste unter euch, denen ich nicht auf die Zehen treten möchte.
Aber wenden wir uns zu demjenigen Tiere, das uns die wichtigste und wertvollste Zutat zu den Speckknödeln liefert. Wenden wir uns zu dem Schwein. Wer unter uns liebt dieses Tier nicht? Kann jetzt vielleicht einer unter euch, meine vielgeliebten andächtigen Zuhörer, behaupten, daß das Schwein in Menschengestalt ein ähnliches Ansehen genießet und ein ähnliches Maß von Liebe erntet?