Vorsichtig öffnete Valentin Rapp die Tür seines Schlafzimmers ...
Das matte Licht der Ampel mit dem gelben Seidenschirm fiel auf das Weib, das in den Armen ihres Buhlen lag.
Valentin Rapp schaute nicht auf den Mann. Er sah nur sie ... das Weib ... die Dirne. Er sah sie in ihrer ganzen Schande. Und mit geballten Fäusten stürzte er sich auf sie wie ein gereiztes Tier und züchtigte sie. Ohne ein Wort zu sagen ... jäh und plötzlich riß er sie aus den Armen ihres Geliebten. Zerrte sie zu Boden und schlug ihr ins Gesicht. Brutal ...
„Dirne!“ stieß er keuchend hervor. „Jetzt hab’ ich dich!“
Zitternd krümmte sich das Weib unter den Schlägen des Mannes. Sie fühlte sie nicht. Sie hatte nur eine Angst ... Felix. Nur an ihn dachte sie ... nicht an sich.
Felix war mit jähem Schreck emporgefahren. Einen Augenblick starrte er wie betäubt auf den Mann ... Dann sah er, wie Valentin Rapp in blinder Wut auf das Weib einhieb ... brutal und roh ... Und jeder Schlag durchzuckte ihn ... peitschte ihn auf und versetzte ihn in namenlose Wut.
Von rückwärts fiel er dem Rechtsanwalt in den Arm, umkrampfte ihn mit Macht, um Sophie zu befreien.
„Rette dich ... Sophie ...“ rief er ihr zu. „Schnell ... vorwärts ...“
Aber Sophie rührte sich nicht. Wie betäubt lag sie auf dem weichen Teppich und hielt die Hände vors Gesicht.
Doktor Rapp befreite sich mit einem kräftigen Ruck und schleuderte Felix in eine Ecke des Zimmers, daß er zu Boden fiel. Die Aufregung hatte Valentin Rapp Riesenkräfte verliehen.