„Ja — das hätte ich im voraus bedenken sollen ...“

Wie ein Automat sprach sie ihm die Worte nach.

„Annl, sei doch nicht so, ich bitte dich! Wir — können deswegen ja gut bleiben. Nur — das wirst du einsehn, ich ... Herrgott, wenn nur der Kerl nicht draußen wär’! Der paßt auf jedes Wort! — Wir treffen uns morgen, Annl! Um sechs Uhr! Da reden wir dann weiter. Wirst du kommen?“

„Ich werde schon nicht kommen. Was gibt’s auch noch zu reden? Das ist nun einmal so, da nützt nichts mehr.“

„Annl!“

Noch immer schaute sie an ihm vorbei, mit derselben steinernen Ruhe.

„Nenn’ mich nicht mehr so. Ich nenn’ dich auch nicht mehr so. Ich denk’ mir nur — so, wie du jetzt bist, das sollte doch anders sein. Es ist nicht recht so. Nur, es wird wohl auch wieder besser werden — oder — die Welt hätt’ sonst kein Gewissen ...“

Mit schleppenden Schritten ging sie zur Tür, öffnete und schob sich müde durch das vordere Zimmer an Pfannschmidt vorüber zum Ausgang. Dort schlug Pichler noch einmal den Geschäftston an. „Also die Sache ist in Ordnung, nicht wahr?“

„In Ordnung,“ sagte sie tonlos und bewegte die trockenen Lippen kaum. Nun trat sie über die Schwelle, den Kopf steif oben, und in dem starren Gesicht regten sich nicht einmal die Lider, um die weit offenen Augen zu kühlen.

Als sie fort war, sagte Pichler mit gemachter Leichtigkeit: „Es war mir so peinlich ... sie hat mir nämlich eine Novelette angeboten für unser Blatt und sich jetzt Bescheid geholt. Ich mußte ablehnen. Schriftlich wär’ das einfacher gegangen. Zu dumm! Jedes Frauenzimmer will heutzutag’ schon schreiben!“