Und er wühlte sich immer tiefer in seine Arbeiten hinein, studierte, las und schrieb die Tage und die halben Nächte durch. Denn er war jetzt ausschließlich auf die unsicheren Einkünfte angewiesen, die er von den Zeitschriften für Beiträge gezahlt erhielt. Und da sparte er und knauserte und versagte sich sogar die gewohnten Zigarren, immer in Sorge, daß er einmal nicht genug verdienen und gezwungen sein könnte, die Mitgift seiner Frau anzugreifen.
Und Eva sollte Mutter werden.
11.
Da ließ sich eines Tages Leo Reinholt bei ihm anmelden. Der besaß außer einem großen Vermögen im Ostwinkel des Reiches eine Tuchfabrik mit Spinnereien, Webereien, Färbereien und allem, was dazu gehörte. Die Wohnungen, die er dort seinen Bediensteten aufgebaut, waren musterhaft, und die Wohlfahrtseinrichtungen, die er sonst noch geschaffen, hatten seinerzeit viel von sich reden gemacht. Der also ließ sich eines Tages bei Hellwig anmelden.
Fritz empfing ihn sehr zurückhaltend. „Was verschafft mir die Ehre?“ fragte er steif und wies auf einen Stuhl neben dem Schreibtisch. „Wollen Sie Platz nehmen?“
Ungezwungen kam der Fabrikant der Einladung nach. Er war beinahe ebenso groß, aber schmächtiger als Hellwig, hatte auffallend kleine Hände und blickte aus hellen braunen Augen treuherzig in die Welt. Im dunklen Haarschopf leuchtete das Weiß einer werdenden Glatze.
„Haben Sie eine Viertelstunde Zeit für mich?“ fragte er, indem er sich setzte.
„Da müßte ich wohl zuvor wissen, um was es sich handelt.“
„Das läßt sich nicht so einfach sagen ... Sie sind gegenwärtig ohne feste Stellung?“
„Über meine Privatverhältnisse glaube ich Ihnen keine Rechenschaft schuldig zu sein.“