Der andere lächelte leicht: „Gewiß nicht!“ Und immer nur wie ganz beiläufig und nebenbei fuhr er fort: „Ja, also, wie soll ich Ihnen das auseinandersetzen? — Ich habe mich eingehend mit Ihrem Buch befaßt, sehr eingehend, ja. Und, also, die Vorschläge, die Sie machen, die scheinen mir durchführbar und, was die Hauptsache ist, rentabel. Ja, also — kurz und gut, ich beabsichtige meine Fabrik danach einzurichten und, ja — wenn Sie wollen — Sie könnten mir dabei helfen.“

Fritz sprang auf. Mit einem jähen, ungestümen Satz.

„Ist das Ihr Ernst?“

„Wäre ich sonst hier?“ Der Fabrikant zündete sich eine Zigarre an. „Sie erlauben doch? — Darf ich vielleicht aufwarten?“ Er hielt Hellwig die Ledertasche hin. Der beachtete es gar nicht. Mit langen Schritten lief er durchs Zimmer. Dann machte er wieder vor dem Besucher halt, schaute ihn zweifelnd an: „Ja — aber — wieso ...? Ich weiß nicht, was Sie veranlassen könnte ... Scherzen Sie denn wirklich nicht?“

Reinholt blies den grauen Rauch in die Luft. „Warum wundert Sie das eigentlich? Ich sage ja, ich halte die Geschichte für rentabel. Für mich ist das ein Geschäft wie jedes andere, eine Spekulation meinetwegen, die glücken oder fehlschlagen kann. Das weiß ich vorläufig noch nicht. Glückt sie, ist’s gut. Wenn nicht, hab’ ich mich eben verrechnet und muß die Folgen tragen.“

Er sagte das alles im trockensten Geschäftston. Und doch war im Grunde seiner braven Augen etwas, das zu dieser kaufmännischen Sachlichkeit nicht stimmte. Etwas Warmes, nur gedämpft wie hinter Schleiern Leuchtendes, — Güte, die nicht erkannt sein wollte.

Fritz hatte seine Wanderung durch das Zimmer wieder aufgenommen. Die Arme auf dem Rücken verschränkt, schritt er ruhlos auf und ab und schaute zur Decke, als ob er von dort etwas herablesen wollte. Dann wieder blieb er stehen, schüttelte den Kopf und bewegte die Lippen wie im Selbstgespräch. Reinholt beobachtete ihn eine gute Weile. Endlich rief er ihn an: „Herr Hellwig ...“

Da schrak er aus seiner Versunkenheit auf: „Ja?“ und schaute den Fabrikanten fremd an.

„Wir wollen die Sache nicht überstürzen, Herr Hellwig. Es hat ja Zeit. Ich mute Ihnen keine sofortige Entscheidung zu. Nur einige Aufklärungen möchte ich Ihnen noch geben, dann überlegen Sie sich’s und lassen mich, sagen wir in vier Wochen, Ihren Entschluß wissen. So lang bleibe ich Ihnen im Wort.“

Das klang wieder sehr nüchtern und vernünftig. Und diese kühle Art ließ auch Fritz ruhiger werden; aufmerksam hörte er zu, wie jetzt der Fabrikant in großen Umrissen seinen Plan entwickelte.