„Führ’ uns, Karus!“ tönte ein Ruf. Und da schwoll es an zu Donnergebrüll: „Führ’ uns, Karus! Karus, führ’ uns!“

Und die Streikenden draußen riefen: „Wir kommen! Wir helfen euch!“ und warfen sich, Hunderte eine geballte Masse, gegen das Tor, und das Schloß sprang krachend entzwei, und tobend wälzte sich die Rotte in den Garten.

„Fritz Hellwig!“ frohlockte Leibinger. „Der Zahltag ist da!“

Karus vertrat ihm den Weg: „Diesem da wird kein Haar gekrümmt! Vorwärts, Männer! Vorwärts! Zu den Maschinen! Feuer in die Speicher! Den roten Hahn auf alle Dächer! Im Namen der Freiheit! Im Namen Heinz Warts! Rache für Heinz Wart!“

„Rache! Rache!“ gab der entfesselte Haufe gedankenlos das Wort weiter. Und Fritz lachte. Rasend lachte er auf und hieb sich mit der Faust die Schläfen: „Im Namen Heinz Warts? Recht so! Recht! Sengt! Brennt! Raubt! — Heinz! — Heinz Wart! ... Heinz ...!“ Wie verzweifelt gebärdete er sich.

„Wenn die Soldaten kommen ...“ warnte Mark.

„Dann reißen wir das Pflaster auf und bauen Barrikaden! Drauf, Männer, drauf! Unser ist die Welt!“

Und das blinkende Beil in hocherhobener Faust stürmte Karus fort. Fast alle folgten.

„Heinz Wart!“ riefen die einen, „Freiheit!“ riefen die andern. Blind, taub, sinnlos, jeder Überlegung beraubt stürzten sie ihrem neuen Führer nach.

Ganz wenige blieben zurück. Pfannschmidt, der sich den Empörern entgegengeworfen, lehnte, aus einer klaffenden Stirnwunde blutend, an einem Baum, und Bogner betreute ihn. Adam Pichler aber war schon früher in das Lager der Soldaten gerannt. Und Reinholt hatte alles andere seinen Gang gehen lassen in der Sorge um den Freund.