„Er wird Sorgen haben. Der Streik dauert jetzt schon einen Monat ...“

„Wissen Sie denn wenigstens darüber etwas Neues? Denken Sie sich, heut’ hab’ ich schon wieder keine Zeitung bekommen. Gestern doch auch nicht. Was nur dem Austräger eingefallen ist?“

Kolben erhob sich. „Ich — habe ihn das so geheißen, Frau Eva,“ sagte er sehr ernst.

Da stand sie auch schon dicht vor ihm und schaute angstvoll in sein ruhiges Gesicht. „Kolben! Was hat’s gegeben?“

„Nichts, was Sie bedauern müßten, Frau Eva.“

Sie rieb die Knöchel ihrer Finger gegeneinander. „So sprechen Sie doch! Rasch! Rasch!“

Zögernd gab er Antwort: „Die Führer des Streiks haben ihren Zweck erreicht. Reinholts Arbeiter haben sich dem Ausstand angeschlossen ... es hat Ausschreitungen gegeben ...“

Da schrie sie laut auf: „Fritz! Fritz! — Doktor, was ist mit Fritz?“

„Ruhe, Frau Eva, Ruhe — ihm ist nichts geschehen. Jetzt endlich wird er heimkommen.“

Sanft legte er den Arm um die Wankende. Aber sie stieß ihn ungestüm zurück. „Jetzt, Kolben? Jetzt? Nein! Nein! Das erträgt er nicht! Doktor ... er verzweifelt ja! Wir müssen hin! Doktor ... wir kommen ja schon zu spät ...“