„Was könntet ihr von mir noch wollen!“
„Hör’ zu!“ antwortete der Fabrikant und mühte sich wieder einmal möglichst leichthin und geschäftsmäßig zu sprechen: „Hör’ zu: Die Spekulation ist also nicht geglückt, und ich bin es müde, hier was Neues anzufangen. Wir wandern aus. In die deutschen Kolonien, irgendwohin, wo’s noch unbebautes, ganz jungfräuliches Land gibt. Dort nehmen wir den Pflug in die Hand und werden Bauern. Nicht um Gewinn, wieder nur für uns wollen wir arbeiten. Komm mit!“
Und auch die andern baten: „Meister, kommen Sie mit!“
Kolben war rasch zu Eva getreten. Fritz bemerkte es. „Hab’ keine Angst, Albert!“ sagte er. „Ich geh’ nach Neuberg!“ Und zu Reinholt gewendet: „Nein, Leo, ich bleib’ im Land. Wenn unsere Ideen in der Entwicklung begründet sind, so setzen sie sich durch — auch ohne uns. Wenn nicht, so rollt die Zeit darüber weg, und wenn wir uns noch so dagegenstemmen. Das ist mir so klar geworden seither, daß ich das Frühere nicht mehr verstehe. Und dann, Leo — ich hab’ einen Buben. — Und was ich meiner Frau angetan hab’, das muß doch auch gutgemacht werden.“
Da trat Doktor Kolben schnell auf Reinholt zu: „Ich halte mit, wenn’s Ihnen recht ist!“
„Albert!“ rief Fritz erschrocken. Und Eva haschte die Hand des Freundes: „Doktor, Sie dürfen nicht von uns!“
Der treue Mensch schüttelte langsam den Kopf. Jetzt, da Eva ganz sicher geborgen war und ihm für sie nichts mehr zu sorgen blieb, wollte das alte Leiden wieder aufwachen, und bei Hellwigs letzten Worten hatte er erschrocken etwas sich regen gefühlt, das fast wie Neid war, Neid gegen den Freund und sein Glück.
Aber gelassen wie immer sagte er: „Was ist denn da weiter dabei? Nach Neuberg ging’ ich so nicht mit, und ob dann hundert oder tausend Meilen zwischen uns sind, das kommt schon auf eins heraus. Drum laßt mich nur getrost fort. Aus der Welt geh’ ich ja nicht und dann — vielleicht können mich diese da jetzt — besser brauchen.“
Ende.
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