O, nichts von alledem, meine Brüder! Ihr seid nur — arm!

Das ist es ja, was unsere Gesellschaftsordnung so furchtbar macht und so ungeheuerlich! Daß die Armut zum Fluch, daß die Armut zur Strafe wurde, zu einer harten, grausamen, entsetzlichen Strafe.

Und wenn ihr — nicht ein Ende, beileibe! — wenn ihr eine Milderung wollt, wenn euere Forderungen noch so maßvoll sind, wenn ihr nichts verlangt als nur ein wenig mehr Luft und Licht und ein wenig Würze zum trockenen Brot — auch dieses Wenige geben sie euch nicht!

Wenn ihr euch auch plagt und rackert und Arbeiten auf euch nehmt, die oft einem Schwein zu schmutzig wären, geduldig und ohne Murren auf euch nehmt — denn eure Kinder wollen essen — es hilft euch alles nichts, plagt, rackert, schindet euch, so viel ihr wollt, ihr müßt — ganz arm bleiben.

Nichts gibt man euch dazu, nicht einmal ein wenig mehr Luft und Licht und ein bißchen Würze zum trockenen Brot!

Ballt sich euch die Faust? Will euch der wilde Zornschrei die Brust zerreißen?

Gemach, ihr meine Brüder!

Nicht in Haß und Zorn dürft ihr handeln! Wägen müßt ihr, müßt alles überlegen, und ruhig und besonnen, aber um so fester und sicherer, strenger und unbeugsamer pocht dann auf euer Recht!

Und das erste Recht der Erdenkinder ist ein Anrecht auf die Früchte der Mutter. Wie euern Kindern die Brüste eurer Frauen, so gehören euch die Früchte der Erdenmutter. Und euer bestes Recht ist, daß ihr satt zu essen habt für euch und eure Kinder.

Aber nicht mit der kurzen Gewalt der Fäuste dürft ihr euch dieses Recht holen. Denn ...