„Es steht die erste italienische Zypressen dort, wenn man vom Grat gegen Waidbruck herzukömmet; aber sie ist ein ganz verkümmert Bäumel und vielleicht gar schon erfroren.“
Und damit gab der Bischof den beiden Männern Urlaub und segnete sie.
Faust atmete schwer.
„Wozu gebrauchet Ihr den Braunstein in so ungeheuerlichen Mengen?“ fragte Paracelsus verwundert. „Mit ein paar Dutzend Pfund ist dem Bischof und dem Kaiser geholfen.“
„Mich hat bloß jene erstaunliche Sag’ vom Eingang in die Unterwelt mit Neugier erfüllt und die wollt ich bei solcher Gelegenheit erfahren.“
„Ihr wollet doch nicht am Ende Gott versuchen und dort in frevelhaftem Vorwitz einfahren?“ rief Paracelsus.
„Glaubt der Mann, der gesagt hat, das ganze Leben wär nichts als ein alchymischer Prozeß, denn an einen persönlichen Gott? Und an eine greifbar materielle Höll’?“ fragte Faust erstaunt.
„Ich habe überall ein unerbittlich getreues Gesetz gefunden, wohin ich geforschet und was immer ich ergründet hab’. Und wo ein unerbittlich Gesetz stehet, da stehet darob ein unerbittlicher Richter. Mag Gott immerhin gänzlich anders sich formieren, als Pfaffen und Laien in ihrer Einfalt sich darstellen, er ist da,“ sagte der Arzt feierlich und nahm sein Barett ab.
„Es tröstet mich sehr, das zu wissen und von einem so abgründig studierten Mann dazu; das ist mir wichtiger und glaublicher, als alle alten Bücher aus dumpfer Zeit. Wenn man einmal Fehde angesagt hat, dann wärs doch gar zu lächerlich, wenn man zuletzt erfahren müßt, daß mans gegen leere Luft und blauen Pfaffendunst getan.“