„Meister!“
„Fürchtest dich?“
„Nein.“
„Wunderst dich?“
„Nach dem, was Ihr gesagt habt, nicht mehr so sehr.“
„Freust dich aufs Fliegen?“
„Das muß göttlich sein, oder teuflisch!“
„Flieg nur drei oder vier Stunden, dann wird’s keines von beiden sein. So, wie mir die Welt und alle Wunder Gottes. Bloß selbstverständlich, und langweilig. Und mit Fleiß und Absicht nehm ich dich mit und zeig dir mein Geheimnis, auf daß du entdecken mögest, was für ein Dreck alle Erfüllung ist und daß es sich wahrlich nicht lohnt, das zu erreichen, was jeder Mistfink längst kann. Und gar nicht darüber zerplatzt vor Hochgefühl und Glück!“
Gegen den angrauenden Morgen hin ließ Faust, als er das Tal über Wörgl mehr ahnte, als erkannte, das Kohlenfeuer langsam minder werden; und als sie völlig undeutlich die Städtlein Rattenberg und Schwaz unter sich merkten, ließ er es langsam eingehen. So nahe streiften sie dann über Hall dahin, daß nur der Herbstnebel sie vor einem großen Zetermordio schützen konnte. Auf einer der vielen Wiesen, die das Inntal gegen Absam hin umsäumen, ließen sie sich nieder und Faust warf die verlöschenden Kohlen aus dem Becken auseinander. „Wie ist dir?“ fragte er höhnisch den Scholaren. „Gelt? Ebenso wie nach dem Genuß eines ersehnten Mädels. Es war alles eben zum Ertragen, und du bist weder vor Glück noch vor Entsetzen wahnsinnig geworden. Und jetzt bist du schläfrig, müde und überdrüssig. Das und so ist das Leben und so sind alle seine Wunder und jetzt bist du geflogen wie ein Gott und bist verkatzenjammert wie ein Saufbruder, frierst wie ein Hund und bist ein ernüchterter, armer Teufel. Und wenn du später in einer Zechen davon prahlen tätest, wie in jüngern Tagen ich selber, so wärest du ein noch viel ärmerer Hund, als jetzt!“