Soviel von dem oftbeschrieenen Geisterfluge des Faust, der in einer Nacht zu Hallein Urlaub genommen und andern Morgens dem römischen König in der Innsbrucker Hofburg aufgewartet hatte.
Die Herrn in Salzburg und Innsbruck maßen sichs gegenseitig später selber ab und verwunderten sich bis an die Gänsehaut.
Der junge Student aber, völlig stumpf darob geworden und gleichgültig und müde, sagte nur: „Ihr habt recht. Es ist nichts um alle Erden; gar nichts.“
Da erwiderte ihm Faust: „Hätt’ ich geprahlt und unsere Herrlichkeit und unser Göttertum eindringlich gerühmt, so wärst du jetzt frisch und erhaben. Es gibt nur eingebildete Größen und Wunder.“
Und dennoch gab es immer noch ein Wunder; hieß Liebe.
Das griff Doktor Fausten selber an.
Kaum war er, der alternde Faustus, von Salzburg weggereist, so mußte auch beim verwöhnten und verzogenen Mädchen des Innsbrucker Geldherrn alles schnell zur Abreise gerüstet und auch sogleich aufgebrochen werden.
Was die Chrysoloras wollte oder ersehnte, das war ebenso groß und noch viel reiner, als was der Faustus anstrebte: Loslösung vom Menschen, so hieß ja wohl beides. Nur daß der Eine alles zerreißen wollte, nur damit wieder Licht würde über einer neuen Einöde. Die Griechin aber wollte grad’ an den Lippen dessen, der sich also gegen Gott vermaß, den Namen Gottes bis ins tiefste buchstabieren lernen.