„Und wenn ich wette?“
„Dann hielte ich diese Wette.“
„Was wollten Sie opfern?“ fragte Herr Phébus in jener leisen Art von Liebe, die damals bei der guten Gesellschaft gangbar war und von der man nie recht wußte, ob es nicht bloß leise Freundschaft war.
Madame neigte in tiefem Nachdenken die hohe Frisur über das hellblühende Antlitz und prüfte ihn unter den halbverdeckenden Augenlidern. Ich fürchte heute zu erraten, was sie Herrn Phébus antworten wollte. Aber Herr Obolon, der Hausarzt, rief dazwischen:
„Ein Diner!“
„Und ich will nach dem Herrn Chevalier ein Souper verdienen,“ rief der Marquis Armand Blancheron, ein Freigeist von größter Ruchlosigkeit der Gedanken, der es nur seiner großen Delikatesse und Liebenswürdigkeit gegen mich verdankte, daß ich ihn nicht haßte.
„Ah, auch Sie wollen mit Crébillon fils in Rivalität treten?“
„Für ein Souper, gern.“
„Gut. Meldet sich noch jemand?“
Wirklich! Es meldete sich ein geistlicher Herr. Der Abbé Lecocq-Choisel. Er verkaufte allerdings seine geistliche Würde nur gegen ein Diner und ein Souper.