»Daß ich eine Absicht dahinter vermute.«
»Welche Absicht könnte das wohl sein? Mit Ihnen zu kokettieren? Mir von dem berühmten Manne ein wenig den Hof machen zu lassen? Ich würde, wie so viele, glücklich sein.«
»Ich pflege in dieser Beziehung selbständig vorzugehen, gnädige Frau.«
»Ich glaub’s, Herr Doktor. Und das Siegen ist Ihnen zur zweiten Natur geworden.«
»Es muß Sie doch sehr interessieren, einen solchen Sieg zu sehen.«
»Alles, was von der Eva stammt, ist neugierig, Herr Doktor. Üben Sie Mitleid. Wir sind das inferiore Geschlecht.«
Otten biß sich auf die Lippe. »Sie wünschen?« fragte er kurz.
Sie lachte klingend auf. »Das stolze Mannestum bereits beleidigt?«
»Meine gnädige Frau,« sagte Otten mit einer Verbeugung, »ich bin mir wohl bewußt, daß im geselligen Kreise jeder nach seiner Begabung zur Unterhaltung beizutragen hat. Genügt Ihnen diese Unterhaltung, ich stehe zu Diensten. Ob Ihnen meine Begabung genügen wird — das hängt von Ihrer Gewöhnung ab.«
»Ich fürchte, Ihren Geschmack zu sehr zu beeinträchtigen,« meinte sie mit einem feinen, spöttischen Lächeln, knixte und zog sich durch die Portiere in den Salon zurück.