»Ihr seid wohl alle — sehr zornig auf mich?«

»Kann ich nit behaupte. Der Mensch gewöhnt sich an alles.«

»Dann braucht’ ich ja eigentlich gar nicht zu stören?«

»Wenn Sie bloß komme, um zu störe — dat wird nit verlangt.«

Joseph Otten wandte sich schweigend wieder dem Ofen zu. Das Wasser im Topf brodelte und erfüllte den Raum mit seinem Singsang. Und schweigend langte der alte Klaus sein Kaffeebüchschen vom Bort, schüttete eine Portion gemahlenen Kaffees in eine Steingutkanne, hob mit seinen harten Händen den heißen Topf vom Feuer und brühte den Morgentrank. Zwei große Steinguttassen rückte er auf den Tisch, schnitt vierkantige Stücke von einem Schwarzbrot, zog Stuhl und Schemel heran und kehrte sich zu seinem Gast. »Nehmen Sie Platz, Herr Doktor.«

Joseph Otten blickte auf. Der Duft des Kaffees lockte nach der langen, nächtlichen Wanderung, die er noch unternommen hatte. Dann fiel sein Blick auf den Alten. »Klaus,« sagte er und packte ihn bei der Schulter, »sei nicht so bärbeißig, oder du jagst mich zum Teufel.«

»Dat hier is Ihr Haus.«

»Viel merk’ ich nicht davon bei der Behandlung.«

»Ich hann en zu steif Rückgrat, um ene Katzenbuckel riskiere zu könne. Wenn ich äwwer von der Heimkehr des Herrn Doktor gewoß’ hätt’, hätt’ ich mich übe gekonnt.«

»Nächstens werd’ ich dir vorher depeschieren, Klaus.«