»Warte, ich komme.« Und die Schritte huschten zurück.

»Nein,« sagte Otten, »ich komme.« Und langsam stieg er die Treppe hinauf zur Giebelstube. Durch den Türspalt fiel das Licht einer Lampe. Und in dem Lichtkreis stand Maria und nestelte hastig den Morgenrock zu, den sie übergeworfen hatte. Da trat er ein.

Sie ließ die Hände sinken, hob den Kopf und sah ihn an. Ihr Gesicht war schneeweiß.

Und er stand und nahm ihren Blick entgegen und fühlte die brennende Röte in seinem Gesicht.

»Wie der Dieb bei der Nacht, Maria.«

»Du bist — gekommen.«

»Wir wollen kein gemästetes Kalb schlachten, Maria. Die Rolle des verlorenen Sohnes liegt mir nicht. Ich bin gekommen.«

Nun bemerkte er, wie blaß sie war. Er streckte die Hände aus. »Ich habe dich erschreckt.«

Sie legte ihre Hände in die seinen. Ihr Blick heftete sich immer noch an sein Gesicht. »Bist du — gesund?«

»Mütterchen,« sagte er und zog sie näher, »muß ich denn krank sein, wenn ich heimkomme?«