»Das wirst du bleiben lassen. Ich bring’ Aufregung genug ins Haus.«

»So! Und wie nennt Ihr denn dat, wenn der Mann an der Schlafkammer von der Frau vorbeigegange is? Dat is kein Aufregung. Enä. Dat is Rücksicht. Äwwer Rücksicht op die eigene Gemötlichkeit. Ming Lewdag nit Rücksicht op die Gemötlichkeit der Frau. Hotel! Nit eine Schritt!«

Otten stieg die Röte in die Stirn. Er faßte die Türklinke und öffnete. »’Morgen, Klaus,« sagte er kurz, und es war ein hochfahrender Ton in den Worten.

»Schließt Euch die Haustür nur selver op.«

»Mach keinen Lärm.«

Ärgerlich ließ Otten die Stubentür los. Das Geräusch lief durch das alte Haus. Otten stand auf dem dunklen Flur und horchte. Oben öffnete sich leise eine Tür. Schritte huschten an die Treppe. »Klaus — —?« rief eine Stimme.

Der alte Klaus kam aus seinem Zimmer. »Ja, Frau Otten?«

»Ist jemand bei Ihnen? Mir war schon die ganze Zeit so.«

»Maria — —,« sagte Otten leise, und seine Stimme vibrierte.

Ein atemloses Schweigen erfüllte das Haus bis in den Giebel. Der alte Klaus verschwand lautlos in seinem Zimmer. Und nach einer Spanne, die sich dehnte und dehnte, fragte Otten: »Bist du noch da?«