»Kompromiß gegen Kompromiß. Ihr holt mich, wenn ihr euren romantischen Gefühlen genuggetan habt, ganz einfach in Königswinter ab. Ich habe in kühler Laube inzwischen Zeit, sorglich das Programm des Abends zu entwerfen. Denn diese Glut, mit der der Mai eingesetzt hat, muß bekämpft werden.«
»In einer Viertelstunde reisefertig,« entschied Frau Amely, erhob sich und reichte Otten die Hand.
»Ich möchte Sie mitnehmen, wie Sie sind,« sagte er. »Die Schiffer im kleinen Schiffe würden an den Ufern verkünden, wir hätten eine Nixe gefangen.«
»Noch sind Sie auf dem Festlande, Herr Doktor,« rief sie ihm, schon in der Türe, zu. »Nur im Wasser sieht man den Fischschwanz nicht.«
Er blickte auf ihre schlanken Füße und die federnde Fessel. »In der Tat, Lüttgen, der Mai ist verzaubert. Das ist Juliglut.«
»Und dabei trage ich noch ein Öfchen im Kopf. Wie gut, daß ich nicht cavaliere servente bin.«
Nach einer Viertelstunde trafen sie auf der Terrasse zusammen. Frau Amely im Sportkostüm, die Mütze ins Haar gesteckt. Otten im leichten Anzug und Kalabreser. Nur Lüttgen erschien, wie er gewesen war.
»Du hast dich nicht umgezogen?« fragte die Hausfrau erstaunt.
»Pech!« stieß der Fabrikant kurz hervor. »Das heißt — es kann auch Glück sein. Es handelt sich um einen bedeutenden Abschluß. Soeben telephoniert mich die Fabrik an. Ich muß schleunigst hin.«
»O — —,« bedauerte Otten, »damit wäre die Fahrt ins Wasser gefallen.«