Ein leiser Teergeruch strich aus dem Wasser über sie hin. Aber der feine Fliederduft behauptete sich. Und Otten wandte den Kopf und sah langsam an ihrer Gestalt hinab. Keine Linie, die ihm entging. Von dem schmalen, oft seltsam zuckenden Gesichtchen bis zu den Füßen, die sich unter dem kurzen Rock hervorstreckten und sich spielerisch kreuzten.

»Nixe,« sagte er. »So feingegliedert müssen Nixen sein. Schade, daß Sie so klug sind.«

»Nicht, nicht. In der Sonne und in der Wassereinsamkeit gibt es nicht klug noch töricht — —«

An seine Schulter gelehnt, schlug sie die ruhigen, grauen Augen zu ihm auf. Aber die Wimpern zitterten leise ...

»Piratenrecht,« sagte er, umfaßte ihr Kinn und küßte sie auf den Mund.

Sie hob die Arme, schlang sie um seinen Hals und blieb mit geschlossenen Augen an seiner Brust liegen. Er fühlte die leichte Last ihres Körpers, als ob der gleiche Blutstrom sie beide durchränne. Mit den Fingerspitzen streichelte er ihr bleiches Gesicht.

»Liebe Freundin — —«

»Du — —! Daß du gekommen bist ... Sonst wäre ich gekommen.«

»So ungezähmt?«

»Ja!«