Angstgejagt kam die Abwehr. Ein verzweifeltes Aufbegehren. »Es ist nicht wahr —«
Und zwischen diesen Worten hatte Otten sich wiedergefunden. So blitzschnell und lachend die Tage und Wochen von Godesberg vor ihm aufgestiegen waren, so blitzschnell und hohnlachend sanken sie unter, und keine Welle kräuselte sich über dem Grab. Ein Abenteuer. Nichts mehr. Und das schlechteste fürwahr.
Blaß, aber stählern in jedem Nerv, erhob er sich, rückte den Stuhl zur Seite und stand neben der Dame des Hauses.
»Darf ich Ihnen meinen Arm geben, gnädige Frau. Es geht hier unten etwas zu wild für Sie zu.«
Und willenlos legte sie ihren Arm in den seinen und ließ sich hinausgeleiten. An der Treppe gab er sie mit einer Verneigung frei. Kein Wort wurde mehr gewechselt. Er wartete, bis sie ihr Zimmer erreicht hatte, und ging dann auf das seine. »Bestellen Sie, bitte, den Herren,« sagte er dem Diener, den er herbeigerufen hatte, »ich bliebe hier oben.«
Eine Viertelstunde wartete er. Seine Gedanken beschäftigten sich mit so fernliegenden Dingen, daß er sich selber verwunderte. Dann hörte er Schritte auf dem Korridor. Es pochte an seiner Tür.
»Herein!«
Es war Terbroich und ein junger Fabrikant.
»Kommen wir ohne Umschweife zur Sache, meine Herren,« bat Otten freundlich. »Herr Lüttgen hat Ihnen einen Auftrag gegeben?«
»Zu meinem Bedauern, lieber Joseph,« begann Terbroich feierlich, »siehst du in mir den Beauftragten. Du wirst mir deshalb nicht zürnen, aber ich konnte es bei Lage der Dinge nicht abschlagen.«