»Un die Hausfrau? Die duht er auf die Weis’ weniger beunruhige.«
»Ach, Klaus, die Hausfrau — —«
Der Alte stutzte. Er blinzelte ein paarmal mit den Augen und blickte in die Stubenecke.
»Ich bin seine Cousine. Daß ich ebenfalls Otten heiße, macht die Sache nicht anders.«
»Ihr seid sing Frau. Cousine kennt der Joseph Otten nit.«
»Nein,« sagte sie, und es flog ein Schimmer über ihre Augen, »die kennt er nicht.«
Der Alte sah verblüfft auf. Dann kratzte er sich hinter den Ohren. »Ich hann woll jet Dommes gesagt?«
»Nein, nein. Es war schon recht so. Seine Frau bin ich, und ich hab’ ihn und die Carmen. Das ist ein glückliches Gefühl, Klaus, und ich hab’s immer und immer, auch wenn er jahrelang fort ist. Gerade deshalb. Da hab’ ich für ihn mitzusorgen, denn ohne Sorge kann ich doch nicht sein. Er ist ein Wandervogel, Klaus, er muß in alle Welt schweifen und singen, singen und weiter schweifen, aber wenn er heimkommt, bringt er auch das Glück der ganzen Welt ins Haus. Welche Frau kann das sagen ...?«
»Sie haben ihn arg lieb, den Jupp,« sagte der alte Klaus. Er hatte hochdeutsch sprechen müssen.
Sie lehnte sich zurück, damit er ihr Gesicht nicht sähe. Die Seide spannte sich. Es war Kraft in dem Frauenkörper.