Moritz Lachner schrieb weiter:

»So lassen Sie mich denn annehmen, daß Zons nur den Übergangspunkt für Sie bilden soll. Können Sie mich dort oder hier zu irgend einem Dienste gebrauchen, so wissen Sie, daß Sie nur über mich zu bestimmen haben. Ich sehe aufgeregt dem Augenblick entgegen, wo ich Ihnen wieder die Hand drücken darf. — Mit den ergebensten Grüßen stets Ihr

Moritz Lachner.«

Otten faltete den Brief zusammen und steckte ihn ein. »Ein guter Junge. Aber ihn wiedersehen? Ich sehe den Grund nicht ein. Was sollen mir die Menschen von früher ...«

An diesem Abend ging er aus. Bei Peppe und bei Pasquale sprach er vor, aber in beiden Osterien hatte man den Professor Heinrich Koch seit geraumer Zeit nicht mehr gesehen. »Er wird krank oder verreist sein,« hieß es, »die Madonna wird’s wissen.« Und Joseph Otten machte sich auf, den Jugendfreund in seiner Wohnung auf dem jenseitigen Tiberufer aufzusuchen. Die Hausbesorgerin ging ihm merkwürdig scheu aus dem Wege, als er nach dem hochwürdigen Herrn Professor fragte.

»Bin ich eine solche Vogelscheuche geworden?« bespöttelte sich Otten. Doch kannte er die Wohnung und fand die Zimmertür. Er klopfte.

»Wer ist draußen?« ertönte Kochs Stimme.

»Gut Freund.«

»Der meine oder der des Teufels?«

»Der deine, vorläufig der deine.«