»Alle die Attribute, lieber Joseph, treffen ja nur zu, weil es nur eine Episode blieb.«
»Aber die Episoden, welche folgten, waren doch auch nur Episoden und hielten dennoch den Vergleich nicht aus.«
»Weil du dich schon an die Episoden gewöhnt hattest und sie steigern wolltest. Vielleicht deshalb.«
»Ich will nicht darüber grübeln. Um die Wahrheit zu ergründen, müßte man seine Unbefangenheit wieder haben.«
»Das ist es.«
»Aber die Unbefangenheit schwindet mehr und mehr aus der Welt. Es mag ja seinen Vorzug haben, seine Töchter frühzeitig aufzuklären, obwohl es der Menschennatur wenig hilft und lediglich die Poesie zum Teufel jagt. Was glaubt ihr, wie sich die jungen Dinger um einen Künstler, eine Berühmtheit drängen? Und die Aufgeklärtesten am meisten, denn sie meinen, ihre Aufgeklärtheit imponierte und käme dem freien Künstlersinn auf halbem Wege entgegen. Daraus entwickeln sich dann nachher unsere modernen Damen.«
»Ähnliches sagte ich dir schon in Rom. Damals warst du noch ein Ungläubiger.«
»Eine Klasse nur nehme ich aus: die arbeitenden Frauen, die wirklich arbeitenden, die sich tapfer mit Gott und der Welt herumschlagen, um den Kopf hoch zu halten. Bewundernswerte Geschöpfe. Aber sie haben die Eigentümlichkeit, daß sie nicht von sich reden machen. Sie haben auch gar keine Zeit dazu. Die das große Wort führen, haben Zeit, und wer Zeit hat, arbeitet nicht. Arbeitsamateurinnen. Sie ziehen einen Kittel an, um bequemer zu faulenzen, und sprechen von Gleichberechtigung, um sich bequemer wegzuwerfen. Was habe ich in dieser Beziehung alles erlebt!«
»Sind die deutschen die Schlimmsten?«
»Nur die Ungraziösesten, weil sie die anderen nachahmen wollen.«