»Ist das die Ehrlichkeit der Sprache, über die du nach Professor Koch verfügen sollst?«

Lachner errötete. »Auch darüber bin ich froh, daß Sie so fröhliche Gesellschaft haben. Ich hatte dieses Zons’ wegen Angst um Sie.«

Otten deutete auf Bücher und Karten. »Beschäftigung vollauf ... Und nun laß dich einmal genauer ansehen. Du machst eine gute Figur, Moritz, nur diese ernste Blässe gehört nicht in dein junges Gesicht. Hast du Sorgen?«

»Wenn Sie materielle Sorgen meinen, Herr Doktor: ich habe den besten aller Väter, und Sie kennen ihn.«

»Ja, die materiellen Sorgen können wir Väter zerstreuen. Mehr vermögen wir auch nicht. Sitz nieder, Moritz.«

Der junge Gelehrte blickte überlegend vor sich hin. »Herr Doktor,« sagte er dann langsam, »mein Vater würde nicht das geistige Vermögen besitzen, und er würde es doch versuchen.«

»Dein Vater, Moritz, ist ein lieber alter Idealist, der zwischen seinen vergilbten Kostümen sitzt und Märchen träumt. Die Welt aber und ihre Menschen haben mit solchen Märchen nichts zu tun. In der Welt setzt sich ein jeder nach seinem eigenen Kopfe durch. Mögen sie. Ich hab’s nicht anders gemacht.«

»Meinen Sie damit, Herr Doktor, daß die Menschen, die Sie daheim haben —«

»Ich habe nur noch mich. Bleib dabei. Es ist zu unser aller Bestem.«

»Aber ein Mann sieht schärfer, und ein Mann wie Sie hat Gewalt über die Herzen.«