Ganz schlicht hatte es der junge Lachner gesagt. Otten betrachtete ihn lange. Dann spielte ein ironisches Lächeln um seinen Mund.

»Du liebst sie wohl?«

Der Junge blickte auf. Es arbeitete in seinem schmalen, geistvollen Gesicht. »Ja,« stieß er hervor, »ich liebe sie. Aber das wäre kein Grund. Nur anbeten können möchte man, was man liebt.«

»Und du fürchtest, das könntest du nicht, wenn sie Laurenz Terbroichs Frau ist?«

»Ich fürchte, daß sie es nicht wird.«

»Du sonderbarer Schwärmer, dann ist dir doch geholfen.«

»Ich fürchte, daß sie nicht seine Frau wird.«

Sie sprachen nicht mehr. Otten saß weit zurückgelehnt in seinem Stuhl und blickte zum Fenster hinaus, starr auf einen Punkt in weiter Ferne. In erwartungsvoller Spannung hing Lachners Auge an ihm.

»Herr Doktor —?«

»Du wünschest?«