»Da siehst du es,« sagte die Frau und zwang den erregten Atem. »Da siehst du es. Der Moritz ist älter und vernünftiger. Der hat seinen Vater lieb. Und wer seinen Vater lieb hat, der weiß überhaupt gar nichts anderes. Der würde sich schämen, auch nur im Scherz über seinen Vater zu sprechen. Und gar über deinen Vater ...«
»Mutter,« rief die Kleine erschrocken, »ich hab’s ja auch gar nicht getan! Und der Laurenz hat sich nur geärgert, weil ich gesagt hab’, mein Vater wär’ mehr als der seine. Gelt, Mutter, das ist er auch?«
»Ach, du!« stieß die Frau hervor, griff mit beiden Händen den Kopf des Kindes und preßte ihn gegen ihre Brust.
Die Kleine lag ganz ruhig. Sie fühlte sich wohl an der weichen, schwellenden Mutterbrust, in der es so geheimnisvoll klopfte und pochte. Und der kühle Seidenstoff schmeichelte ihrer Wange.
»Wie schön bist du, Mutter. Weshalb hast du dich so schön gemacht?«
»Weil der Vater kommt.«
»Dann mußt du mich aber auch schön machen.«
»O, du liebe Eitelkeit, ich bring’ dich jetzt ins Bett.«
»Wird der Vater denn an mein Bett kommen?«
»Gewiß, gewiß, er wird an dein Bett kommen.«