»Op der Stell’ kommen ich.«

Der Alte kam steifbeinig die Treppe herauf: »Wo is dat Mamsellchen?«

»Hier!« rief die Kleine und stellte sich in Positur.

»Donnerlütsch,« wunderte sich der Alte und schlug die Hände zusammen, »dat is doch nit uns’ Carmche, dat is doch e Engelche!«

»Gelt, Klaus? Schön?«

»Es ist ein unartiges Engelchen, Klaus, und quält seine Mutter. Bringen Sie sie schnell fort.«

»Na denn allong.«

»Huckepack!« befahl die Kleine, und der Alte bog schmunzelnd den steifen Nacken und ließ sie aufsitzen. Doch plötzlich warf sich das Mädchen so jäh herum, daß der Alte nur mit Mühe die Beine erwischen und an sich drücken konnte.

»Mutter! Gute Nacht, Mutter!« Sie umschlang sie und küßte sie stürmisch. Auf die Augen, auf den Mund, auf die Seide, die sich über ihrer Brust spannte. »Du! Liebe, Liebe, Liebe!« Und aufjauchzend ließ sie sich die Treppe hinauftragen.

»Erzählen!« befahl sie und streckte sich in ihrem Bettchen.