Sie stand im Zimmer und sah ihm entgegen. Und auch er stand und nahm das Bild in sich auf. Einer suchte in den Zügen des anderen die Erinnerung und ihre Versprechungen ...
Joseph Ottens Brust weitete sich. Er hob die Hände und trat einen Schritt vorwärts. Da war sie bei ihm und legte ihre Hände in die seinen. Auge in Auge standen sich die beiden Menschen gegenüber, daß sich ihre Stirnen fast berührten. Und beide sahen, daß ihre Lippen zitterten.
»Küß du mich zuerst,« sagte er leise, »das ist wie eine Vergebung aller Sünden.«
Da löste sie ihre Hände aus den seinen, legte sie ihm um den Kopf und küßte ihn lange auf den Mund.
»Nun bist du zu Hause, Joseph.«
»Ich danke dir,« sagte er erschüttert. »Du machst es mir immer wieder leicht.«
»Ich tu’ nichts, als dich erkennen, Joseph.«
»Aber diese Erkenntnis schmerzt dich auf die Dauer.«
»Wer ein größeres Glück genießt als andere, muß auch größere Schmerzen ertragen können.«
»Ob es ein großes Glück für dich ist? Ich ruchloser Mensch?«