»Und immer, Joseph.«
Terbroich war ein wenig trinkselig geworden. »Erzähl, Joseph, erzähl doch. Wieviel Male hast du das gesungen: Gelobt seist du, Maria? Im weltlichen Sinne natürlich. Alles zu seiner Zeit, und hier sind wir unter uns.«
Otten sah mit glänzenden Augen über den Tisch. »Ach ja, das Leben ist schön. Wundervoll die Ausfahrt und selig die Heimkehr. Was dazwischen liegt — geht dich nichts an.«
»Dann erzähl von der seligen Heimkehr.«
»Ich vergönne dir noch das letzte Glas.«
»Jawoll, damit du wieder vergleichenderweise singen kannst: Gelobt seist du, Maria. In jeder Stadt, in jeder Stadt. Selbst in Köln. Joseph, du hast Geschmack.«
Joseph Otten erhob sich. »Das einzige, was mich immer wieder an dir interessiert, ist deine gewöhnliche Gesinnung.«
Frau Maria war ins Zimmer getreten. »Frau Otten,« rief Terbroich und hob sein Glas, »Sie beide haben es gut. Trennung und Brautstand, Brautstand und Trennung! Das hält jung und neu!«
»Die Herren wollen sich verabschieden, Maria,« sagte Otten und zuckte mit keiner Miene. »Medardus ist bereits in Abschiedsstimmung. Heinrich, du bringst ihn wohl nach Hause. Ich danke dir und weiß es zu schätzen. Ich bin so wonnig müde, wie ich es nur als Junge war.« — —
Er hatte seine Gäste zur Haustür begleitet und kehrte zurück. Langsam Stufe für Stufe. Als müßte er sich zu dem Alleinsein mit der Frau, die ihn dort oben seit zwei Jahren erwartete, sammeln, als müßte er ihr jetzt — und ihr allein — den Erwarteten heimbringen.