»Ich habe noch einen Platz im Wagen für Sie frei.«

»Auch in Ihrem Herzen?«

»Ich bin keine Wahrsagerin.«

»Und ich suche den Frühling, eccellenza. Muß ich weiterziehen ...?«

»Steigen Sie auf.« Und sie machte ihm Platz. »Vielleicht, daß er sich von Ihnen anlocken läßt.«

Er legte den Finger auf den Mund. »Er ist um uns. Spüren Sie? — Nicht verscheuchen!«

Das Pferd machte einen Seitensprung vor der niederwippenden Peitsche. Dann zog es an. Der Groom sprang auf und kreuzte die Arme. Links und rechts flogen die Felder der Campagna. Bald, und die Osteria Antica lag im Rücken. Ruinen tauchten auf und verschwanden, Grabdenkmäler, in der Ferne die melancholischen Bogen der antiken Wasserleitung, ein einsames Kastell, und die meilenweite Steppe.

Das Pferd fiel in Schritt. Die Lenkerin lächelte vor sich hin. Sie spürte den Blick des Mannes an ihrer Seite. Und Otten tat einen tiefen Atemzug. Ein Rauschen war in seinem Blut, und er legte seine Hand auf ihr Gelenk. Dort blieb sie.

Als sie sich der Porta San Giovanni näherten, senkte sich die jähe Dunkelheit des Februarabends. Otten wandte sich um. »Die Heimat des Frühlings ...«

Hinter ihnen stand die Campagna in Brand, leuchtete noch einmal auf und sank ins Dunkel. »Das schafft Heimweh, wenn man wieder in Deutschland ist.«