Otten und Terbroich hatten an einem Seitentischchen Platz gefunden. In durstigem Zuge leerte Otten sein Glas, schüttelte sich und ließ sich ein frisches reichen. »Ich glaub’, das reinigt selbst die Kleider.«

»Weißt du noch,« meinte Terbroich, »wie wir das erste Bier getrunken haben? Als zahlende Gäste? Wir waren Sekundaner und hatten auf dem Eis ein paar Mädel aufgegabelt, denen unsere Mützen mächtig imponierten. Um als Kavaliere vor ihnen zu bestehen, luden wir die Damen zu einem Imbiß, als wenn wir gewohnt wären, täglich um diese Stunde unseren Schoppen zu uns zu nehmen. Dabei schlug uns das Herz bis in den Hals, als wir in der Altstadt das elendeste Kneipchen aufsuchten. Ich ging voran.«

»Und verschwandst durch die Hoftür, während wir drei armen Seelen zitternd den Wirt erwarteten. O Medardus, du hast dich in dieser Sache nicht mit Ruhm bedeckt.«

»Ich wollte doch nur Geld von zu Hause holen,« verteidigte Terbroich sein erstes Abenteuer.

»Dort, wohin du dich verschämt zurückzogst, war jedenfalls keins zu finden.«

»Ich kletterte über den Zaun —«

»Und grinstest dann durch das Fenster. Am nächsten Tage kassierte ich deine Schulden durch eine Tracht Prügel bei dir ein, da du die bare Genugtuung verweigertest.«

»Davon ist mir nichts bekannt,« lenkte Terbroich ab und prostete den Jugendfreund höflich an.

Am nächsten Tische war man aufmerksam auf die beiden Herren geworden. Man sandte respektvolle Blicke herüber und flüsterte sich in die Ohren. Das Stammtischgespräch verstummte auf einen Augenblick.

Terbroich bemerkte es geschmeichelt und gab sich eine vornehm-lässige Haltung. »Wir werden erkannt,« sagte er leise.