»Höre, Francesca.« Und die dunkeln Augen groß und fest auf ihre alte Dienerin richtend, sagte sie, jedes ihrer Worte ruhig betonend: »Er – gehört – mir!«
Das hatte die Alte nie im Leben vergessen. – –
»Also meinen Namen wollen Sie wissen? Warum? Das zerstört nur das Märchen.«
»Aber ich muß Sie doch nennen, anrufen können.«
»Das leuchtet mir ein. Ich bin der arme Heinrich.«
»Hein–rich? Das ist schwer. Wie würde man bei uns sagen?«
»Enrico, meine verehrte Giuditta.«
»Weshalb nennen Sie sich den ›armen Enrico‹?«
»Weil vor fast tausend Jahren ein Namensvetter von mir, der auch in seiner Jugend so fröhlich gewesen war, daß sein leiblicher Mensch einen Knacks bekam, wie ich dieselbe Straße zog. Gen Salerno, jenseits der Bucht. Dort sprach ein berühmter Arzt zu ihm: ›Wenn sich ein reines Mägdlein dir zum Opfer bringt, wirst du ewig leben.‹ Das ist die Historie vom armen Heinrich.«