Vom Promenadendeck tönte die Musik. Dazwischen das Scharren und Schleifen tanzender Füße. Champagnerpfropfen knallten, ein ungestümes Lachen scholl herauf. Und wieder Musik …

Die beiden standen und sahen sich an. Um sie her das dunkle Meer, vom Mond mit glitzernden Maschen überspannt. Zur Linken tauchte geheimnisvoll die schneebedeckte Kette der Sierra Nevada auf. Ein Signalfeuer blitzte auf und verschwand.

Da nickten sie sich zu wie alte Bekannte und gingen. –

In der Frühe des Morgens saß Wilhelmi an seinem Lieblingsplatz auf Sonnendeck. Er sah nach der spanischen Küste hinüber und den Schneebergen. Aber er sah nicht ihre gigantische Schönheit, er wollte nur einen Ruhepunkt für seinen Blick. Der trug an einem Bilde, und er dachte nicht daran, es zu tauschen. Eine knabenhaft schlanke Gestalt mit einem ernsten, blassen Köpfchen stand vor ihm und reichte ihm die Hand. Das ist eine feste, treue Hand, dachte er. Eine Frauenhand ist nicht wie die andere. Manche kühlen wie ein Segen, andere brennen wie ein Fluch …

Da floh die Heiterkeit der Morgenstimmung von seinen Zügen. Er starrte auf die himmelanragende Küste, und er fand sie abwehrend, unwirtlich und öde.

»Guten Morgen,« hört er eine Stimme neben sich. Er wandte hastig den Kopf.

»Was ist das für ein bitterböses Gesicht! Ich dachte, heute wollten Sie heiter sein?«

»Nun bin ich es.«

»Das ist gut. Also bin ich noch etwas nütze auf der Erde.«

Er war aufgesprungen und hielt ihre Hand. Das einfache weiße Leinenkleid ließ die Gestalt elastisch wie eine junge Birke erscheinen. Auf dem kurzen brünetten Haar trug sie ein weißes Jockeimützchen.