»Das stimmt wie’s As auf der Baßgeig’.« — —

Martin Opterberg stand auf seinem Posten. Nie vergaß er den Tag und die Stunde des über die Erdenmasse nach den Wolken langenden Angriffbeginns. Totenstille — lähmend — hirnzerpressend. Das Springen des Sekundenzeigers. Und auf den nächsten Sprung hin wie die losgelassene Hölle — das Gebrüll von dreitausend deutschen Geschützen, kreischend, fauchend, johlend und rasend, Luft und Leben zerreißend und verschlingend.

»Antreten! Antreten! Zum Sturmangriff!«

Einen Alb stießen die Männer von der Brust. Ein Stöhnen ging durch die Reihen. Erlösung …

Und wieder hatte die Zeit die Atemlosigkeit des Vormarsches. Atemloser noch. Überstürzender. Alles Denken verwischend. Die Stellung des Feindes! Nehmen — nehmen um jeden Preis! Liegt schon hinter uns. Was jetzt? Die nächste! Und wiederum die nächste! Haben wir … haben wir. Da setzt sich der Feind! Minenwerfer vor! Ein paar Tonnen Eisen in die Grabennester! Hei, das spritzt! Jagt ihn — jagt ihn! … Der Atem langt nicht mehr … Er langt!!

Und er langte durch die Tage, durch die Wochen. Er langte für das wütende Drauflos, für das schäumende Ringen, für das blutige Siegen. Er langte noch für den kurzen, bleiernen Schlaf in den Schlammfeldern und Granatlöchern. Er langte für das stürmende Vorwärts — für das langsame Rückwärts langte er nicht mehr.

Zurück! Wechselndes Schlachtenglück! Eine neue eiserne Linie ziehen … Neue Kräfte sammeln …

Neue Kräfte! Zum Teufel waren die alten. Eine neue eiserne Linie! Das ging nun schon vier Jahre fast so.

Finster und keuchend schoben sich die Heeressäulen über das wüste Siegergebiet zurück. Kein Halm, kein Haus. Grinsende Trümmerleere. Flüche knarrten. Verwünschungen. Spottreden sprangen auf und liefen wie giftige Lauge.

»Schämt euch Kerls — Cohns Aktien fallen.«