»Nun ist Opterbergwerft und Opterberghof einander so nahe gerückt, Mutter, daß du vom Turmzimmer aus mit dem Fernrohr zum Schiff und von Bord aus zum Opterberghof hinüberschauen kannst.«
»Ich hab’s euch immer gesagt: der Rhein und seine Menschen gehören zusammen. Das müßt ihr halten wie ein Naturgesetz. Und die Natur kennt auf die Dauer keine Widernatürlichkeiten.«
Sie standen am Basler Landungsplatz. Der starke Schiffsrumpf war angefüllt mit Rohgarnballen für die niederrheinischen Spinnereien und Webereien, dazu mit Lebensmitteln aller Art, die dem freien Handel wieder zugängig gemacht waren nach der jahrelangen Sperre. Das breite Deck aber war aufnahmebereit für die Schiffsbauhölzer aus dem Schwarzwald, die weiter stromab geladen werden sollten. Der Kreislauf des Blutes hatte wieder begonnen.
Die Zollbeamten kamen von Bord. Die Pässe wiesen Martin Opterberg und seine Frau als die Schiffseigentümer aus. Der Anker konnte gelichtet werden.
Frau Christiane schüttelte den Abschiednehmenden die Hand.
»Das ist jetzt kein Abschied mehr. Das ist nur noch die Freud’ auf das Wiedersehen. Wann tauft ihr euren Buben?«
»Übers Jahr, Mutter.«
»Recht so. Und bringt mir den Opterbergerben zu Schiff auf den Opterberghof. Er soll eine Heimat am Oberrhein und am Niederrhein haben. Wie es sich gebührt.«
»Mutter, und ich schick’ dir jedes Jahr die Erholungsbedürftigen von der Werft. Du wirst ihnen Leib und Seel’ auffrischen.«
»Mit Quellwasser, Bub. Grüßt die Attermanns. Fahrt wohl!«