»Erzähle mir, was hast du gesehen?« fragte Martin Opterberg, als sie in schweigender Freude die tannenumrauschten Höhenwege schritten.
»Wovon sprichst du?« fragte Linde Opterberg zurück.
»Von dem Jagdschloß auf der freien Schwarzwaldhöh’ und dem Ausblick in Nähe und Ferne.«
»Schilt mich, Martin, denn ich hab’ von all’ dem nichts gesehen. Ich hab’ nur dich gesehen, wie ich Ausschau und Einschau hielt. Dich, dich …«
»Und ich hab’ nur dich gesehen.«
Schulter an Schulter schritten sie durch den Wald und suchten Herberge.
Und jeder Morgen wurde ihnen lieber um des gemeinsamen Wanderns willen und jeder Abend ihnen lieber um des gemeinsamen Rastens willen.
So kamen sie nach Wochen des Glücks zu Frau Christiane und blieben in dem weißen Hause, das auf dem steilen Uferrücken über dem brausenden Jungrhein lag, weitere Wochen des Glücks.
In diesen Tagen sah man oft Frau Christiane auf der kleinen Bank im Felsgarten sitzen, die Hände im Schoß, als dürfe sie sich nun auch bei Tage einmal ruhen, obwohl sie Gäste habe, und auf den brausenden Jungrhein blicken, der nach mancher Meilenfahrt fernhin zum stark und ruhig flutenden Niederrhein wurde.
Und dann traf die Nachricht ein, daß der Frachtdampfer von Rotterdam angekommen und in Basel entladen sei. Vom Meere bis zum jungen Rhein war er die Wasserstraße gezogen, neue Lebenswerte, neue Arbeitswerte an Bord.