In einem alten Städtchen am Murgufer hielten sie an, hielten sie ihre erste Rast — — —
Immer wieder mußten sie zurückschauen auf das alte, liebe Nest am lebenrauschenden Wasser, als sie anderen Tages die Berglehnen hinanstiegen, starrenden Fels und rauschenden Wald zu Häupten und zu Füßen.
»Du!«
»O du — — —«
Die langbärtigen Tannen flüsterten, die Quellen sangen, die Vögel redeten in hundert Zungen — es war alles verzaubert um sie her.
»So war’s in der Jugend, Linde …«
»So ist es heut, Martin.«
Hoch oben auf dunkler Waldeskuppe lag wie ein Krönlein ein kleines, altersgraues Jagdschloß. »Dort ist ein Blick ins Land, so zauberisch wie wenige nur,« wußte Martin Opterberg zu künden, und sie stiegen weiter und saßen doch mehr im Moos, als daß sie wanderten.
Droben lehnten sie an der Mauerbrüstung und schauten mit glänzenden Augen hinaus in die sonnigen Nähen und goldenen Weiten, zu den mächtigen Bergrücken hinüber, von denen die grünen Matten wie Mäntel niederglitten, und hinunter zu den spielzeugkleinen Dörfern, an denen die silberne Murg in Freudensätzen vorübersprang. So klein war die Erde, so groß die unendliche Welt! Und beide waren sie schön in allen ihren Teilen.
Schwer nur lösten sie sich aus ihrem Schauen und riefen sich auf zum Weiterwandern.