Christoph Attermann hatte den Arm um den Hals des Freundes und Bruders geschlungen. »Weißt du das Wort, Martin, das in schwerster Deutschlandszeit der alte Arndt geprägt hat?«
Martin Opterberg reckte vom Schwarzwaldgipfel den Arm gegen das Vogesenland.
»Der Rhein, Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze!« rief er, und von neuem begannen sie den Vaterlandsgesang. Die Stimmen klangen ab. Ein Lauschen blieb.
Aus dem Walde kam es hervor. Ein silbernes Singen und Klingen. Lautenklang und singende Mädchenstimmen.
»Der Mai ist auf dem Wege, der Mai ist vor der Tür;
Im Garten, auf den Wiesen, ihr Blümlein kommt herfür!«
Und die Blümlein kamen. Ein Quartettlein frischer Mädchengestalten. In weißen Kleidern und über die junge Brust das bunte Lautenband gezogen, traten sie aus dem Waldesdunkel auf die sonnenüberschüttete Bergeskuppe, schauten nicht links und rechts nach den staunenden Studentlein und sangen ihr Frühlingswanderlied in den unendlichen Maientag bis zum Ende.
»Da hab’ ich den Stab genommen, da hab’ ich das Bündel geschnürt,
Zieh’ weiter und immer weiter, wohin die Straße mich führt.
Und über mir ziehen die Vögel, sie ziehen in lustigen Reih’n,