Treu? War er dem Burschenschwur treu geblieben? Ah, welche knabenhaften Gedanken.
Was weiß der junge Mensch, der hier trinkt und singt, vom Leben? Seine Hoffnungen schickt er auf Rosenwolken hinaus und nennt sie die ›unumgänglichen Forderungen‹. Und der erste, der sie im Leben umgeht, ist er selber, und der Pfründe wegen, der Ehe wegen, all der gebieterischen Dinge wegen, die nicht in Marburgs Mauern liegen, lernt er um in der Algebra des Lebens. Treu!
Und – dennoch!
Stunden haben, die wie das Vergessen sind – bis auf die Stunde.
Nichts wissen, als daß man noch da ist in schwärmender Tafelrunde.
Daß man die schwere Süße um sich spürt der Erwartungen.
Der Erwartungen, die wie nie auszuzählende Frühlingswunder sind und doch nur den glücklich machen, der sich nimmer des Zählens begibt.
Das kam über Klaus Kreuzer, daß seine Stirn sich zusammenzog und aus seiner Brust ein langer, stoßender Atemzug ging. Das kam über ihn, daß seine Lippen sich zu einem harten Strich zusammenpreßten.
»Pirat! Wen willst du vor die Klinge? Laß sie pfeifen auf Hieb und Stich und gottselige Abfuhr! Ach, und stoß an, Bruderherz, da wir doch so jung zusammen sind.«